Mit einer großen Gruppe von 24 Jiu Jitsuka des TVH von Weiß- bis Schwarzgurt nahmen wir am 12. und 13. März am 21. Internationalen verbandsoffenen Jiu Jitsu-Lehrgang in Otterbach teil.
Fünf Großmeister aus verschiedenen Kampfsportsparten waren als Trainer dabei. Nach dem, wie immer spaßigen, gemeinsamen Aufwärmen der ca. 250 Teilnehmer mit Andi Güttner, wurden wir nach Gürtelfarben in fünf Gruppen aufgeteilt. In insgesamt 7 Trainingseinheiten von je einer Stunde wurden Techniken erklärt, gezeigt und geübt.
Dieter Mäß, 7. Dan Jiu Jitsu zeigte bei den Anfängern schnelle, kurze Abwehrtechniken gegen verschiedene Schlag- und Körperangriffe (Umklammerung, Haarzug...), während bei den Fortgeschrittenen Abwehren gegen Festhalteangriffe von Angreifern praktiziert wurden. Dieter könnte hier aus seiner langjährigen Erfahrung u.a. auch aus dem Bereich Personenschutz schöpfen.
Josef Djakovic, ebenfalls 7. Dan Jiu Jitsu und erster Vorsitzender des DJJB, erklärte Abwehrtechniken in Bodenlage, z. B. gegen Würgeangriffe sowie Wandabwehren. Die Besonderheit bei Abwehrtechniken an der Wand gegen einen Kurzstockangriff lag in der universellen Anwendbarkeit für jede beliebe Art des Angriffs. So konnte der Angriff von oben, unten oder seitlich erfolgen. Die erste Bewegung muss von der Wand wegführen um die Distanz vom Stockende zum waffenführenden Arm zu überbrücken. Josef überzeugte hierbei durch seine präzisen Techniken, vielfältigen Variationen in den Endtechniken und seine guten Erklärungen. Auch deshalb fällt es uns immer wieder leicht, die Techniken auf dem Lehrgang zu verinnerlichen und somit diesen Lernfortschritt mit in das tägliche Training zu übernehmen.
Achim Hanke, 7. Dan Ju Jutsu, zeigte, dass bei den Techniken kein so großer Unterschied zwischen Jiu Jitsu und Ju Jutsu besteht und erklärte mehrere Abwehren gegen Umklammerungen von vorne sowie Hebel-Elemente aus dem Bodenkampf. Die systematische Herangehensweise an möglichen Armhebel in Bodenlage bereicherte alle Schüler gleichermaßen und ist eine gute Ergänzung für diejenigen, die im nächsten Jahr an den Meisterschaften teilnehmen werden.
Andreas Güttner, 5. Dan Ju Jutsu Do, brachte uns recht spektakuläre Abwehrtechniken gegen Umklammerungen von hinten auf sehr humorvolle und dadurch einprägsame Art bei. Die fließenden Bewegungen seiner Techniken und der methodische Aufbau ist immer wieder ein Erlebnis.
Sascha Uvira, Ninjutsu, zeigte uns Abwehren, die sich von den Kampftechniken der Ninja ableiten, wobei er Wert darauf legte, dass die durch einschlägige Filme geprägte Darstellung von Ninjutsu nicht der Realität entspricht. Die Schüler bekamen gezeigt, wie man durch einfaches schnelles Ausweichen und mit wenigen Griffen den Angreifer rasch zu Boden bringt. Dabei überzeugte er durch die Einfachheit und Effektivität seiner Techniken, die zwar keinen moralischen Grundsätzen eines fairen Kampfes entsprechen und sich teilweise an der Grenze des Notwehrrechts bewegten, aber für die Selbstverteidigung weitere Spielräume eröffnen.
Insgesamt war es für alle Teilnehmer eine sehr abwechslungsreiche und interessante Erfahrung, die Großmeister mit ihren unterschiedlichen Kampfsportstilen und Trainingmethoden kennen zu lernen. Außerdem war es ein Erlebnis, gemeinsam mit so vielen Jiu Jitsuka von anderen Vereinen zu trainieren, da man dabei auch viel voneinander lernen und neue Freundschaften schließen konnte.
I. Bartnick + A. Wiemer